Immo News · 15. Oktober 2026

Bauherrenmodell: Gemeinsam sanieren, Steuern sparen, Miete deckeln.

Beim Bauherrenmodell finanzieren private Anleger gemeinsam die Sanierung oder den Neubau eines Wohnhauses. Was es bringt und welche Risiken dazugehören.

Ein Holzhaus-Modell mit Taschenrechner und Stift
Symbolbild. Foto: Sasun Bughdaryan auf Unsplash

Mehrere Investoren sanieren gemeinsam ein Haus oder errichten einen Neubau und schaffen damit Wohnraum. Wien, Graz und Linz nutzen das Modell seit den 1980er-Jahren, um Wohnbau und Stadterneuerung zusätzlich mit privatem Geld zu finanzieren, inzwischen dürften einige hundert Projekte umgesetzt sein. Der Reiz: Die Sanierungskosten lassen sich beschleunigt abschreiben, was bei hohem Einkommen deutliche Steuereffekte bringt. Dazu kommen Fördermittel von Stadt und Land.

Im Gegenzug gilt für eine bestimmte Zeit eine gedeckelte Miete. Sie begrenzt den Ertrag, sorgt aber für gefragte Wohnungen, die meist nur kurz leer stehen. Weil alle Wohnungen eines Hauses gemeinsam vermietet werden, fällt der Leerstand einer einzelnen Wohnung weniger ins Gewicht als bei einer Vorsorgewohnung. Die Anleger sind als Miteigentümer im Grundbuch oder im Firmenbuch eingetragen und reden bei Entscheidungen mit.

Die Einstiegshürde liegt laut Bericht bei 100.000 Euro. Wer sich beteiligt, trägt die Risiken eines Bauherrn: steigende Baukosten und Zinsen, Leerstände und einen späteren Baubeginn, denn erst ab dann wirken die Steuervorteile. In Wien steht die Sanierung alter Wohnhäuser im Vordergrund, wegen der Preise zunehmend in den Außenbezirken.

Quelle: Die Presse, 15.10.2026. Zusammengefasst und eingeordnet von Mueldenberg Immobilien.

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